Studientag im April 2016

 

Bericht von Josef Lutz

Der Studientag, das möchte ich vorweg nehmen, war einfach super! Körperübungen, Vorträge, Diskussionen und kollegiale Gespräche wechselten sich ab, sodass der Tag wie im Flug verging. Nach den aufweckenden und beziehungsfördernden bioenergetischen Körperübungen, die von Kirsten Scheja angeleitet wurden, kamen wir zum Vortrag von Rainer Mahr.

Rainer, mit Saxophon, hielt einen spannenden Vortrag über das Verhältnis von emotionalen und kognitiven Behandlungsaspekten in der psychotherapeutischen Arbeit. Er sprach von seinen Erfahrungen, wie viel kognitive Arbeit notwendig ist, bis er seinen Gefühlen Ausdruck geben, sie durch das Instrument fließen lassen kann. Am Beispiel des Erlernens eines Musikinstrumentes, in diesem Fall des Saxophones, sprach er davon, wie wichtig in unserer Arbeit die kognitiven Aspekte sind, die Reflexion dessen, was in der Therapiestunde erlebt wurde, sowie die Planung von zukünftigen Schritten. Genauso bedeutsam ist es, wie wir dies in unsere therapeutische Arbeit modifizieren können. Dies sei überaus bedeutsam für die Entwicklung in der Therapie, um zu wachsen, zu lernen und für das Verändern der Persönlichkeit. Emotionen, Gefühle, Affekte haben keinen Wert an sich, sind weder gut noch schlecht. Sie signalisieren dem Organismus, dass er etwas braucht, Gefahr droht oder sein System rund läuft. Diese Informationen führen dazu, Alternativen zu überlegen. Ideen und Gedanken darüber, was man tun müsste oder könnte, sind natürlich auch nicht hilfreich, wenn es zu keinem entsprechenden Verhalten kommt: Das Hungergefühl zwingt mich, darüber nachzudenken, wie ich den Hunger stillen kann. Diese Gedanken allein machen mich aber noch nicht satt. Emotionen, Kognitionen und Verhalten bilden eine untrennbare Einheit. Keine Psychotherapie kommt ohne diese drei Aspekte aus. Lediglich der Zugang kann einmal von den Emotionen ausgehen, von den Kognitionen, oder vom Verhalten. Der lebendige Vortrag inspirierte uns zu einer angeregten, fachlichen Diskussion.

Anja van der Schrieck-Junker bildete uns weiter zu dem Thema: Körperpsychotherapie mit alten Menschen. Hierbei ging es darum die Mobilität älterer Menschen zu erhalten bzw. zu verbessern. Die Einschränkungen, unter denen ältere Menschen leiden, machte sie uns mit selbsterfahrenden Übungen deutlich. Danach folgte ein fachspezifischer Austausch.

Wir hatten einen emotionalen und spannenden Studientag, der unter der Anleitung von Karl-Heinz Schubert mit OHMM endete.